Christoph Hoffmann

* 1957, Diplom-Forstwissenschaftler und seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages für die FDP

Freiburg war für mich das Zentrum der Welt

Es war eine Welt im Umbruch, die ich als junger, gerade eben dem Markgräfler Elternhaus entwachsener Mensch in Freiburg erlebte - der Bürgerprotest gegen den Bau des AKW Wyhl, die Grüne Partei in Gründung, besetzte Häuser. Freiburg war für mich das Zentrum der Welt, war es eine Zeit lang für Deutschland wohl tatsächlich, und ich war mittendrin.

Mit den Freiburger Thesen - dem Grundsatzprogramm der FDP von 1971 bis 1977 - hatten die neu formierten Ökoliberalen, inspiriert von liberalen Ikonen wie Rolf Dahrendorf und legendenbildenden Ereignissen wie seinem Diskurs mit Rudi Dutschke einige Jahre zuvor, mit ihren bahnbrechenden Ideen gezeigt, wie die soziale Marktwirtschaft ökologisch nachhaltig gestaltet werden kann und entwarfen ein Zukunftsmodell, das unter Willy Brandt und Walter Scheel von weiten Teilen meiner Generation als Vision einer neuen, in Freiheit und Verantwortung verfassten Gesellschaft wahrgenommen wurde, bevor ihm dann von den viel greller auftretenden und sich radikaler äußernden Grünen die Show gestohlen wurde.  All das hätte sich an einem anderen Ort nicht mit dieser Deutlichkeit manifestiert und hat mein Coming-of-age als politischer Mensch maßgeblich geprägt.

In der Forstwissenschaftlichen Fakultät, in die ich mich 1978 einschrieb, herrschte eine ähnliche Aufbruchsstimmung. Schillernde Figuren aus der Phalanx internationaler Organisationen boten out-of-the-box Vorlesungen und Praktika mit damals brisanten Stoffen wie der Kernenergie und dem Naturschutz an. Und ich mittendrin, mit dem allmählich reifenden Wunsch, die Welt der natürlichen Ressourcen und die Art und Weise wie der Mensch sie sich zunutze macht  zu ergründen und mit zu gestalten.

So erinnere ich mich lebhaft an nächtelange Kneipendiskussionen während eines semesterlangen Praktikums im Fach Landespflege, bei dem Streckenvarianten der damals geplanten Schwarzwald-Autobahn auf ihre Auswirkungen auf Naturschutz, Landschaft und Erholung geprüft und nach dem dritten Bier allesamt verworfen wurden - einer Autobahn, die wegen des öffentlichen Protests niemals das Licht der Welt erblickte - den Planern der darauffolgenden Generation zum Groll, die seither immer wieder am Nadelöhr des Freiburger Dreisamtals verzweifelten, bis sie auf die Idee kamen, die Karawane unter der Dreisam entlang zu führen. Ob es die letzte bleibt?

Besonders beeindruckt hat mich schon damals die Inschrift am Kollegiengebäude I der Albert-Ludwigs-Universität: "Die Wahrheit wird Euch frei machen". Sie ist seither ein fortwährendes Prinzip meiner politischen Arbeit geworden

Wir sagen Danke

Unser Jubiläum ist nicht nur ein großartiger Moment zum Feiern, sondern auch um DANKE zu sagen - und zwar an euch Studierende:

  • Danke für euren Semesterbeitrag – er hilft solidarisch allen Studierenden und ist damit euer konkreter Anteil für mehr Chancengerechtigkeit!
  • Danke für euren produktiven Druck und die konstruktive Zusammenarbeit – sie hilft uns nicht nur, uns stetig weiterzuentwickeln und erfolgreich zu wirtschaften, sondern auch mehr finanzielle Förderung vom Land zu fordern, damit Studieren für alle erfolgreich gelingt!
  • Und das Wichtigste zum Schluss: Danke für die Lebendigkeit, die Freude und die Weltoffenheit, die ihr in die Region bringt – dank euch pulsiert das Leben!

Und das ist großartig! DANKE!

Auf in die nächsten 100 Jahre:
Du studierst - wir machen den Rest!

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