Dieter Salomon

*1960, Oberbürgermeister der Stadt Freiburg im Breisgau (2002-2018), aktuell Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südlicher Oberrhein

Frieden, Ökologie und nackt an den Baggersee

Mein Studium in den 80er Jahren verlief sicher anders als das meiner Kommilitoninnen und Kommilitonen, weil ich bereits im 4. Semester Vater einer liebreizenden kleinen Tochter wurde. Von da an war die Zeit noch knapper, und das Leben musste strukturierter werden, was erstaunlicherweise ganz gut klappte. In dieser, von Untergangsphantasien geprägten Zeit überhaupt Kinder zu bekommen, hatte etwas von Luther, als er am Tag vor dem fiktiven Weltuntergang empfahl, noch ein Apfelbäumchen zu pflanzen. Es war die Hochzeit der Friedensbewegung gegen das atomare Wettrüsten, des Kampfes gegen die sogenannte friedliche Nutzung der Atomkraft, die Zeit des sauren Regens und des Waldsterbens und des Ozonlochs. Die Apokalypse drohte und das politische Engagement nahm zu. Nicht nur in Berlin und Freiburg gab es viele besetzte Häuser, in England wurde der Punk erfunden, und die Parole der Jugend lautete „no future!“ Die allgemeine Stimmungslage war der „Fridays for future“-Bewegung nicht unähnlich.

In linken Kreisen – und die meisten Kreise waren links – wurde noch Marx gelesen und über den Tausch- und Gebrauchswert eines Studiums diskutiert, erweitert natürlich um die Kritische Theorie der Frankfurter Schule um Adorno, Horkheimer und Marcuse. En vogue waren auch die Franzosen Foucault und Deleuze. Nach dem Magister Studium (04/1981 – 01/1986) der Wissenschaftlichen Politik, Finanzwissenschaft, Wirtschaftspolitik und Französischen Literatur folgte die Promotion (10/1086 – 01/1991) in denselben Fächern mit einer Arbeit zum Thema „Grüne Theorie und graue Wirklichkeit. Die Grünen und die Basisdemokratie“. Frieden und Ökologie waren angesagt, man fühlte sich alternativ und lebensweltlich profitierte man von kulturellen Veränderungen in den Bereichen Sex, Musik, Drogen und Natur. Es war eine aufregende, aber aus heutiger Sicht irgendwie auch surreal anmutende Zeit. Man ging nicht ins Strandbad, sondern nackt an den Baggersee. Man fuhr auch damals schon Fahrrad wegen der Ökologie, Jahrzehnte vor der Verkehrswende, aber ehrlicherweise auch, weil man sich ein Auto nicht leisten konnte.

Das Studierendenwerk Freiburg berät und unterstützt als öffentliche Einrichtung die Studierenden in der ganzen Region für ein optimales Studienumfeld: Ob Wohnen, Essen, Feiern oder Support jeglicher Art! Und das schon seit 100 Jahren – Wirklich ein Grund zum Feiern. Herzlichen Glückwunsch!

Wir sagen Danke

Unser Jubiläum ist nicht nur ein großartiger Moment zum Feiern, sondern auch um DANKE zu sagen - und zwar an euch Studierende:

  • Danke für euren Semesterbeitrag – er hilft solidarisch allen Studierenden und ist damit euer konkreter Anteil für mehr Chancengerechtigkeit!
  • Danke für euren produktiven Druck und die konstruktive Zusammenarbeit – sie hilft uns nicht nur, uns stetig weiterzuentwickeln und erfolgreich zu wirtschaften, sondern auch mehr finanzielle Förderung vom Land zu fordern, damit Studieren für alle erfolgreich gelingt!
  • Und das Wichtigste zum Schluss: Danke für die Lebendigkeit, die Freude und die Weltoffenheit, die ihr in die Region bringt – dank euch pulsiert das Leben!

Und das ist großartig! DANKE!

Auf in die nächsten 100 Jahre:
Du studierst - wir machen den Rest!

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