Jonas Hoffmann

*1986, Landtagsabgeordneter der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands für den Wahlkreis Lörrach

Respekt, wer´s selber macht

Eine Hochschulbildung kam für mich eigentlich nie in Frage. Ich komme aus einer eher einfachen Familie, in der Hochschulbildung nie als ernsthafte Option für mich gesehen wurde. Meine leichte Legasthenie und mein mäßiges Interesse an Schule und Lernen taten da noch den Rest.

Als ich es 2002 nach der Realschule, in einer Zeit mit viel zu wenigen Ausbildungsstellen und schwieriger wirtschaftlicher Situation, über einen Bekannten überhaupt geschafft hatte, eine Ausbildungsstelle als Fachinformatiker zu ergattern, war das mehr als ich erwartet hatte. Dann kam der Umschwung: Ich wurde von Kollegen und Vorgesetzten gefördert und gefordert und durch ehrenamtliche Jugendarbeit, meine Bundeswehrzeit, meinen Entwicklungshilfeeinsatz in Afghanistan und vor allem durch die Menschen, die ich kennen lernen durfte, konnte ich viel lernen, habe Fähigkeiten und Talente entdecken und ausbauen können. Über einige Ecken erfuhr ich dann, dass es einen neuen Weg für beruflich Qualifizierte - also ohne Abitur und Fachhochschulreife - gibt, der ein Studium an der DHBW für mich möglich machte. Und so entschloss ich mich, mit 26 ein Studium an der DHBW in Lörrach zu beginnen.

Ich bin dann durch Freunde in die lokale „StuV“ gekommen, bin Mitglied des landesweiten DHBW-ASTAs geworden und habe mich dort engagiert. Schließlich wurde ich zum Studierendensprecher gewählt, habe dort meine ersten politischen Erfahrungen gemacht und an der Absolventenfeier durfte ich die erste Rede meines Lebens halten. Diese Erfahrungen waren eine Grundlage für mein späteres politisches Engagement, das dann 2016 zu meinem Eintritt in die SPD führte.

Lörrach, das muss man ehrlichweise zugeben, ist nicht gerade DIE Studentenhochburg, aber man kann trotzdem viel während dieser Zeit erleben. „Respekt, wer's selber macht“ ist hier die Devise. Ich habe diese Zeit jedenfalls unglaublich genossen, Freunde*innen gefunden und viel erlebt.

Am Ende meiner Zeit als Studierendensprecher kam die Frage des Beitritts in das Studierendenwerk Freiburg auf - eine Idee, die ich schon damals sehr gut fand. Worauf ich aber noch heute warte, ist ein Studierendenwohnheim in Lörrach! Das würde studentisches Leben hier dann hoffentlich mal auf das nächste Level bringen.

Gerade aufgrund meiner eigenen Erfahrungen bin ich überzeugter DHBWler – auch wenn ein Duales Studium bedeutet, sich durch ein enormes Pensum von Wochenstunden, Fahrtwegen, Projekten, Klausuren und Seminararbeiten durchschlagen und gleichzeitig auch noch Leistung im Unternehmen bringen zu müssen. Denn ein Duales Studium eröffnet gerade auch jungen Menschen wie mir, denen ein akademischer Grad nicht in die Wiege gelegt wurde, die Chance, etwas aus sich herauszuholen und ein Studium erfolgreich abzuschließen. Dass immer noch nur ca. 20% der Kinder aus „Arbeiterfamilien“ im Vergleich zu den 80% aus Akademiker-Familien studieren und dass die Anzahl der Professoren aus Arbeiter-Familien im „Komma null“ Bereich liegt, will ich nicht akzeptieren.

Gut, dass es das Studierendenwerk gibt, und dass es aktiv ist! Ich wünsche allen Studierenden und dem Studierendenwerk für die Zukunft alles Gute!

Wir sagen Danke

Unser Jubiläum ist nicht nur ein großartiger Moment zum Feiern, sondern auch um DANKE zu sagen - und zwar an euch Studierende:

  • Danke für euren Semesterbeitrag – er hilft solidarisch allen Studierenden und ist damit euer konkreter Anteil für mehr Chancengerechtigkeit!
  • Danke für euren produktiven Druck und die konstruktive Zusammenarbeit – sie hilft uns nicht nur, uns stetig weiterzuentwickeln und erfolgreich zu wirtschaften, sondern auch mehr finanzielle Förderung vom Land zu fordern, damit Studieren für alle erfolgreich gelingt!
  • Und das Wichtigste zum Schluss: Danke für die Lebendigkeit, die Freude und die Weltoffenheit, die ihr in die Region bringt – dank euch pulsiert das Leben!

Und das ist großartig! DANKE!

Auf in die nächsten 100 Jahre:
Du studierst - wir machen den Rest!

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