Daniela Evers

*1971, Landtagsabgeordnete Bündnis 90/Die Grünen für den Wahlkreis Freiburg 1 (Freiburg Ost, Breisgau-Hochschwarzwald, Waldshut)

Juristische Fakultäten sind zahlreich und mich hatte es zum Studienbeginn zunächst nach Bayern gezogen. Nach drei Jahren Jura-Studium und sehr schönen Semestern in Passau wollte ich vor dem Schwenk in die Examensvorbereitung neue akademische Luft und einen Uniwechsel. Die Idee war zunächst, in der historischen Umbruchszeit kurz nach der Wende, an die Uni Dresden zu gehen. Sie scheiterte aber am noch fehlenden Angebot der Fakultät für höhere Semester. Daher entschied ich mich kurzentschlossen, in meiner Heimatstadt Freiburg mit der großen juristischen Fakultät und den Gerichten aller Sparten vor Ort, mein Examen anzugehen. Mit Blick auf mein Wahlfach Kriminologie und Jugendstrafrecht war auch die breite Aufstellung von Fakultät und Max-Planck-Institut ausschlaggebend für diese Entscheidung. So hatte ich beispielsweise die Ehre, Prof. Günther Kaiser selbst als einen der Prüfer im ersten Staatsexamen zu haben.

Das Wiedersehen mit alten Freundinnen und Freunden und die zahlreichen Kultur- und Freizeitangebote an der Universität und in der Region waren der akademischen Bildung bestimmt nicht immer nur zuträglich. Aber sie haben mit Sicherheit meinen Horizont geweitet und gerade die Rechtswissenschaft lebt auch vom Spannungsfeld der Rechtstheorie im Abgleich mit der Lebenswirklichkeit der Menschen.

An der Uni Freiburg hat mich insbesondere das hohe Engagement der Studierendenschaft beeindruckt. Zu dieser Zeit wurde beispielsweise selbstverwaltet von engagierten Studierenden das Programm Examen ohne Rep(etitor) entwickelt. Ich hatte es mir damals noch nicht ohne zugetraut - meine Lerngruppe zeichnete sich eher durch reiches Interesse an Kochrezepten denn am eigenorganisierten Lernen aus - aber der Erfolg und die Ausweitung des Programms Ex-o-Rep an der Universität bis heute ist sehr beeindruckend und war eine Art Kulturwechsel. Auch waren zahlreiche Gruppierungen mit politischen und rechtskritischen Fragestellungen befasst und versuchten selbstorganisiert und unabhängig vermeintlich unumstößliche Positionen kritisch zu beleuchten und zu hinterfragen. Viele Freundschaften von damals haben sich bis heute erhalten.  

Vor allem die Menschen machen Freiburg und das Umland zu einer außerordentlich lebenswerten Region. Hinzu kommt die Lage im Dreiländereck, in welchem auch die Universität eine verbindende Rolle einnimmt und den europäischen Gedanken in die akademische Arbeit aber auch in die Lebenswelt der Studierenden trägt. Das Studierendenwerk mit all seinen Angeboten trägt zum positiven Lebensgefühl und Wohlfühlfaktor der Studierenden einen wichtigen Teil bei und ich gratuliere der höchst vitalen Jubilarin zum Hundertjährigen und wünsche für die Zukunft alles Gute!

Wir sagen Danke

Unser Jubiläum ist nicht nur ein großartiger Moment zum Feiern, sondern auch um DANKE zu sagen - und zwar an euch Studierende:

  • Danke für euren Semesterbeitrag – er hilft solidarisch allen Studierenden und ist damit euer konkreter Anteil für mehr Chancengerechtigkeit!
  • Danke für euren produktiven Druck und die konstruktive Zusammenarbeit – sie hilft uns nicht nur, uns stetig weiterzuentwickeln und erfolgreich zu wirtschaften, sondern auch mehr finanzielle Förderung vom Land zu fordern, damit Studieren für alle erfolgreich gelingt!
  • Und das Wichtigste zum Schluss: Danke für die Lebendigkeit, die Freude und die Weltoffenheit, die ihr in die Region bringt – dank euch pulsiert das Leben!

Und das ist großartig! DANKE!

Auf in die nächsten 100 Jahre:
Du studierst - wir machen den Rest!

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