Theodor Lammich

*1995, Jurist, ehemaliger Tutor für Internationales beim Studierendenwerk

Wie jedem Studierwilligen stellte auch mir sich nach dem Abitur die Frage, wo ich denn nun die nächsten Jahre meines Lebens verbringen möchte. Ich unternahm einige Städtereisen durch die gesamte Republik und prüfte die Orte auf Herz und Nieren. Nur, um am Ende feststellen zu müssen, dass, egal wo ich hingehen sollte: schöner als in Freiburg kann es zum Studieren kaum werden. Also blieb ich hier und habe es nicht bereut.

Nach einer anfänglichen Immatrikulation in Geschichte und Katalanisch, von der nur eine Handvoll Menschen weiß, landete ich im zweiten Semester als Quereinsteiger in das Studium der Rechtswissenschaften einen persönlichen Volltreffer. Dabei durfte ich sogar noch als letzte Generation das Juridicum im KG II erleben, bevor es dann in die neue Universitätsbibliothek zog. Dort verbrachte ich vermutlich die meiste Zeit meines Studentenlebens. Das mag sich zunächst etwas trist anhören, aber war in Wahrheit eine sehr soziale Angelegenheit. Denn wer acht Stunden in der Bib hockte, machte das mindestens (!) anderthalb im UB-Café Libresso und sinnierte dort mit Kommilitonen etwa über den neuesten Rechtsstreit des investitionsfreudigen StuRa, den lustigsten Professor oder den vergangenen Tatort. Oder den lustigen Professor aus dem vergangenen Tatort!

Tatsächlich gab es für mich als Student neben den ganzen geschriebenen Gesetzen auch ein ungeschriebenes: Sonntag ist Tatort-Tag. Und zwar in der Mensa I mit „kalten Morden und heißer Suppe“. Die Suppe wurde liebevoll von den wunderbaren Kulturtutoren des Internationalen Clubs des Studierendenwerks zubereitet. Nicht zu vergessen: das Mörderquiz! Im Laufe des Films wurden Zettel eingesammelt, auf denen die Zuschauer den Namen des vermuteten Mörders aufschrieben. Wer richtig lag und am Ende gezogen wurde, durfte sich über eine Aufladung seiner Mensakarte freuen.

Das Konzept und die Umsetzung gefielen mir so gut, dass ich unbedingt mitmachen wollte. Und so landete ich mit der Arbeit als Tutor für Internationales beim Studierendenwerk einen weiteren Volltreffer. Schwarzwälder Kirschtortenseminar, Schweizer Käsefondue bei Kerzenlicht und Alphorntrio, Chinesisches Neujahrsfest oder doch ein internationales Osterfest? Neben dem Tatort-Event versorgten wir die gesamten Freiburger Studierenden wöchentlich mit einer ordentlichen Portion Kultur. Ich habe eine Menge Leute aus der ganzen Welt kennen lernen dürfen, mit denen ich auch heute noch den Kontakt pflege. Die fünf Jahre beim Studierendenwerk waren für mich auch im Nachhinein betrachtet unglaublich wertvoll!

Noch habe ich zu wenig Erinnerungslücken, um das Gefühl zu haben, ich könnte die Gedanken an mein Studium in einem kurzen Text annähernd hinreichend wiedergeben. Festzuhalten bleibt aber, dass ich mich mitunter wegen des Studierendenwerks gerne und dankbar daran zurückerinnere. Auf dass es auch die kommenden hundert Jahre den Studierenden Freude, Vielfalt und Unterstützung schenkt!

Wir sagen Danke

Unser Jubiläum ist nicht nur ein großartiger Moment zum Feiern, sondern auch um DANKE zu sagen - und zwar an euch Studierende:

  • Danke für euren Semesterbeitrag – er hilft solidarisch allen Studierenden und ist damit euer konkreter Anteil für mehr Chancengerechtigkeit!
  • Danke für euren produktiven Druck und die konstruktive Zusammenarbeit – sie hilft uns nicht nur, uns stetig weiterzuentwickeln und erfolgreich zu wirtschaften, sondern auch mehr finanzielle Förderung vom Land zu fordern, damit Studieren für alle erfolgreich gelingt!
  • Und das Wichtigste zum Schluss: Danke für die Lebendigkeit, die Freude und die Weltoffenheit, die ihr in die Region bringt – dank euch pulsiert das Leben!

Und das ist großartig! DANKE!

Auf in die nächsten 100 Jahre:
Du studierst - wir machen den Rest!

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