Fragen rund ums Thema Studieren mit Kind in Zeiten von Corona

Aufgrund der aktuellen Situation bitten wir darum, den persönlichen Kontakt zu vermeiden und nur wenn unbedingt notwendig und nach vorheriger Abstimmung persönlich bei uns vorbei zu kommen.

Die wichtigsten Fragen haben wir im Folgenden schon mal für euch zusammengefasst.

Für das Jahr 2020 haben gesetzlich versicherte Eltern mit eigenem Krankengeldanspruch zur Pflege eines erkrankten Kindes unter 12 Jahren einen verlängerten Anspruch auf Kinderkrankengeld. Der Anspruch auf Krankengeld bei Erkrankung des Kindes wird durch das am 29.10.2020 in Kraft getretene Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) für jedes Elternteil um 5 Arbeitstage ausgeweitet - längstens für 15 Arbeitstage pro versichertes Elternteil, bei alleinerziehenden Versicherten längstens für 30 Arbeitstage. Für Eltern mit mehreren Kindern wird der Maximalanspruch je Versicherten von bisher 25 Arbeitstagen auf 35 Arbeitstage, bei Alleinerziehenden von 50 Arbeitstagen auf 70 Arbeitstage, erweitert.

Bei weitergehenden Fragen, bspw. zur Prüfung, ob der verlängerte Anspruch auch für Zeiträume der Betreuung erkrankter Kinder gewährt werden kann, die vor dem Inkrafttreten des KHZG im Jahr 2020 lagen, bitten wir Sie sich an ihre Krankenkasse zu wenden.

Kinderbonus
Um Familien in der Corona-Krise zu entlasten, erhalten diese für jedes Kind, für das im Monat September 2020 ein Anspruch auf Kindergeld besteht, einen Kinderbonus in Höhe von insgesamt 300 Euro, ausgezahlt in 2 Raten – einmalig 200 Euro im Monat September und einmalig 100 im Monat Oktober. Ein Anspruch in Höhe der Einmalbeträge von insgesamt 300 Euro für das Kalenderjahr 2020 besteht auch für ein Kind, für das nicht für den Monat September 2020, jedoch für mindestens einen anderen Kalendermonat im Kalenderjahr 2020 ein Anspruch auf Kindergeld besteht. Hierfür wird § 6 des Bundeskindergeldgesetzes angepasst. Der Kinderbonus wird versteuert, jedoch nicht auf Sozialleistungen angerechnet.

Entlastung für Alleinerziehende
Um der besonderen Situation von Alleinerziehenden Rechnung zu tragen, wird der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende, geregelt im § 24 b des Einkommenssteuergesetzes (EStG), von derzeit 1908 Euro auf 4008 Euro für die Jahre 2020 und 2021 angehoben.

Mit der Aufnahme des digitalisierten Semesterbetriebes an den Hochschulen stehen studierende Eltern bei Anhalten der Notbetreuung in Kitas vor großen Herausforderungen. Die Kitas der Studenten- und Studierendenwerke unterliegen wie alle anderen Kitas seit Mitte März vorliegenden Anweisungen der Länder zu Schließung und Notbetreuung. Demnach dürfen bisher nur Eltern systemrelevanter Berufsgruppen und alleinerziehende Berufstätige von der Notbetreuung profitieren. Die Studenten- und Studierendenwerke setzen sich wie das DSW hier für eine Öffnung ein. Ende April haben das Bundesfamilienministerium und die Landesministerien einen Rahmen für eine stufenweise Öffnung der Kitas vorgelegt, die Ausgestaltung obliegt den Ländern und Kommunen.

Solange für Kinder studierender Eltern die (Not-)Betreuung nicht zur Verfügung steht, können Sie innerhalb Ihrer Hochschule (Fakultät/Familienbüro/Gleichstellungsbeauftragte) darauf aufmerksam machen, dass Sie nicht gleichberechtigt an den digitalen Lehrveranstaltungen/Prüfungen teilnehmen können und dort mögliche Ersatzleistungen/Nachteilsausgleiche erfragen. Den gesetzlichen Rahmen dafür, dass Studierende mit Kindern aufgrund der Umstellung des Lehrangebotes auf webbasierte Formen etc. nicht benachteiligt werden und einen eventuellen Nachteilsausgleich erhalten, bilden das Hochschulrahmengesetz des Bundes und die landesrechtlichen Hochschulgesetze.

Der reguläre Kinderzuschlag (KiZ) wurde als Alternative zum Arbeitslosengeld II für Eltern eingeführt, die genug Geld aufbringen für ihre eigene Existenz, aber nicht zur Absicherung des/der Kindes/Kinder. Der KiZ kann zusätzlich zum Kindergeld beantragt werden.

Zur Abmilderung der Corona-Pandemie für Familien wurden – im sogenannten Notfall-KiZ die folgenden drei Anpassungen befristet vom 01.04.2020 – 30.09.2020. vorgenommen:

  1. Für Neuantragstellungen zwischen April und September 2020 wird für die Berechnung des Einkommens nur das Einkommen aus dem letzten Monat vor Antragstellung herangezogen. In diesen Fällen wird das Vermögen in der Regel nicht berücksichtigt.

  2. Für Anträge, die bereits vor dem 01.04.2020 entschieden wurden bzw. bei denen der Bewilligungszeitraum vor diesem Datum begonnen hat, kann im April und Mai 2020 einmalig während des Bewilligungszeitraums ein Antrag auf Überprüfung gestellt werden. Bei der Überprüfung ist dann nur das Einkommen aus dem Monat vor dem Überprüfungszeitraum heranzuziehen.

  3. Für bereits entschiedene Fälle, in denen der höchstmögliche Gesamtkinderzuschlag bezogen wird und der sechsmonatige Bewilligungszeitraum in der Zeit vom 01.04. - 30.09.2020 ausläuft, erfolgt von Amtswegen eine Verlängerung um weitere 6 Monate.

Informationen des BMFSFJ zum Notfall-KiZ finden Sie hier.

Für studierende Eltern kann der Kinderzuschlag wie auch der Notfall-KiZ unter bestimmten Voraussetzungen in Frage kommen.

Das Bundesfamilienministerium hat im April 2020 folgende Anpassungen beim Elterngeld auf den Weg gebracht, damit (werdenden) Eltern keine Nachteile beim Elterngeld entstehen:

  • Eltern, die in systemrelevanten Berufen tätig sind und an ihrem Arbeitsplatz dringend gebraucht werden, sollen ihre Elterngeldmonate aufschieben können.

  • Ebenso sollen Eltern den Partnerschaftsbonus – eine zusätzliche Leistung für Mütter und Väter, die gleichzeitig Teilzeit arbeiten und sich die Kindererziehung teilen – nicht verlieren, wenn sie aufgrund der Corona-Pandemie mehr oder weniger als geplant arbeiten.

  • Weiterhin sollen Eltern und werdende Eltern, die aktuell von Einkommensverlusten betroffen sind, keinen Nachteil beim Bezug von Elterngeld haben. Gemeint ist hier, dass coronabedingtes Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld I das Elterngeld nicht reduzieren und auch bei späteren Berechnungen des Elterngeldes für ein weiteres Kind nicht mit einfließen.

Was die Änderungen im Einzelfall bedeuten, erklärt eine Übersicht mit Fallbeispielen des Bundesfamilienministeriums.

Das Gesetz wurde im Mai 2020 verabschiedet. Die Regelungen treten rückwirkend zum 01.03.2020 in Kraft.

Bezahlte Freistellung nach § 616 BGB

Wenn Schulen oder Kindertagesstätten aufgrund behördlicher Anordnung geschlossen werden und Mitarbeitende wegen der Betreuung ihrer Kinder nicht arbeiten können, ist der Arbeitgeber für einige Tage verpflichtet, die Vergütung wegen persönlicher Verhinderung des Mitarbeitenden gem. § 616 BGB fortzuzahlen. Die Anzahl der gewährten Tage liegt im Ermessen des Arbeitgebers. Wir empfehlen daher, Rücksprache mit Ihrem Arbeitgeber zu halten.

Kurzzeitige Lohnfortzahlungen nach § 616 BGB können für alle Voll- und Teilzeit-, un- und befristeten Arbeitsverhältnisse sowie kurzzeitige Aushilfsarbeits- oder geringfügige Beschäftigungsverhältnisse (Minijob) in Betracht kommen. Sind Beschäftigte noch in der Probezeit, gilt § 616 BGB ebenfalls.

Entgeltfortzahlung nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG)

Seit dem 30.03.2020 haben erwerbstätige Sorgeberechtigte von Kindern bis zum 12. Lebensjahr oder behinderten Kindern nach § 56 Abs. 1a IfSG einen Anspruch auf Entschädigung für ihren Verdienstausfall, wenn dieser allein darauf beruht, dass sie infolge der behördlichen Schließung der Kita oder Schule ihre Kinder selbst betreuen müssen und deswegen nicht arbeiten können.

Die Entschädigung beträgt 67 % des monatlichen Nettoverdienstes, höchstens jedoch 2.016,00 € monatlich für einen vollen Monat, und wird für bis zu 10 Wochen bzw. bis zu 20 Wochen bei Alleinerziehung gewährt. Auch geringfügig Beschäftigte können eine Entschädigung erhalten. Die Auszahlung übernimmt für Arbeitnehmer/ -innen der/ die Arbeitgeber/ -in, der/ die einen Erstattungsantrag bei der zuständigen Landesbehörde stellen kann.

Ein Anspruch auf Entschädigung besteht nicht:

  • wenn es eine andere zumutbare Betreuung für das Kind/ die Kinder gibt. Dabei sind der andere Elternteil, volljährige Geschwister, die Möglichkeit einer Notbetreuung, Freunde oder Verwandte zu berücksichtigen. Menschen, die einer Risikogruppe angehören, können nicht für die Betreuung herangezogen werden.

  • wenn Sie selbst oder das andere Elternteil im Homeoffice arbeiten, ebenso wenn die Arbeitszeit aufgrund von Kurzarbeit reduziert ist.

  • wenn noch Zeitguthaben und Vorjahresurlaubsansprüche bestehen. Der Urlaub des laufenden Jahres ist nicht heranzuziehen.

  • für Verdienstausfälle, die während der landesrechtlich festgelegten Schulferien entstehen.

Diese Regelung gilt befristet bis zum 31. Dezember 2020.

Detailliertere Informationen können Sie den FAQ des Bundesministeriums für Gesundheit entnehmen.

Psychologische und soziale Beratungsangebote der Studenten- und Studierendenwerke unterstützen Studierende dabei, Herausforderungen ihrer Lebens- und Studiensituation zu bewältigen und tragen damit zu einem chancengleichen Studium bei.

Bei Fragen können Sie sich an unsere Mitarbeiterinnen in der Sozialberatung wenden. Diese erreichen Sie während ihrer Sprechzeiten montags und dienstags von 09:00-12:00 Uhr und donnerstags von 13:30-16:00 Uhr telefonisch.

Außerdem sind auch die Mitarbeiter*innen unserer Psychotherapeutischen Beratung weiterhin für euch da. Zur Vereinbarung eines Beratungsgesprächs könnt ihr euch telefonisch an 0761 - 2101-269 oder per E-Mail an r.meyer(at)swfr.de wenden. Für eine telefonische Offene Sprechstunde könnt ihr euch immer mittwochs von 13.00 bis 14.00 Uhr melden. In dieser Zeit bieten die Mitarbeiter*innen ein kurzes Beratungsgespräch von etwa 10 Minuten zur Klärung des weiteren Vorgehens.

Es ist nicht leicht für Kinder zu verstehen, warum sie schon seit Wochen nicht in die Kita gehen und auch nicht auf ihrem gewohnten Spielplatz herumtollen können. Es ist auch nicht immer leicht, den wiederholten ‚Warum‘s zu begegnen. Hier finden Sie hilfreiche Informationen dazu.

Das Studentenwerk im Saarland e.V. hat ein kindgerechtes Erklärbuch rund um das Thema Kitaschließung in der Corona-Zeit entwickelt, das gegen eine kleine Spende erworben werden kann (siehe auch unter dem Punkt Good Practices weiter unten auf dieser Webseite).

Die Stadt Wien hat ein Video entwickelt, in dem das Coronavirus einfach erklärt wird.

Die Wochenzeitung Die Zeit hat ein informationsreiches Corona-Kinderlexikon zusammengetragen.

Da sportliche Betätigung für alle gut ist und uns hilft gesund zu bleiben, produziert Alba Berlin seit März eine tägliche Sportstunde für verschiedene Altersgruppen. Jeden Tag gibt es zwei digitale Sportangebote – Mo-Fr werden immer morgens um 09:00 Uhr die Kita-Sendungen veröffentlicht und am Nachmittag gibt es Sport für Schulkinder. Die Sendungen gibt's auf  der Homepage von Alba Berlin oder auf dem YouTube-Kanal.

Sportliche Anregungen geben auch die ca. 30 kurzen CLIPS FÜR KIDS, herausgegeben von der Landeshauptstadt Stuttgart, die einfache Bewegungsideen für zu Hause oder im Garten geben.

Für Kinder ab 5 Jahren finden Sie auf ohrka.de Hörspiele, Geschichten und Märchen – insgesamt 150 Hörabenteuer.

Die Stiftung Lesen hat die Seite „(Vor-)Lesen, Spielen und Lernen in Zeiten von Corona“ eingerichtet und gibt Tipps zu Medien, Aktions- und Bastelideen, für digitale Vorlesegeschichten und Bücher zum Selbstlesen.

Wenn Ihnen langsam der Vorrat an Vorlesegeschichten ausgeht, hilft die Webseite „einfachvorlesen“ weiter. Hier wird Lesestoff für die Altersgruppen ab 3, 5 oder 7 Jahren zusammengestellt.

In der "digitalen Wuselstunde" werden zweimal am Tag spannende und vielfältige Geschichten aus Kinderbüchern vorgelesen. Um 11:00 Uhr können sich die 4-7-Jährigen auf‘s Zuhören freuen. Und um 15:00 Uhr sind dann Kinder im Alter von 7 – 10 Jahren an der Reihe.

Auf der Webseite „kinderstarkmachen“ werden Spiel- und Bastelideen für zu Hause und die gesamte Familie vorgestellt.

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