Kultur

Kultur wird bei uns großgeschrieben. Mit der MensaBar in der Mensa Rempartstraße ist eine Bühne entstanden, die sich in Freiburg auch außerhalb studentischer Kreise längst im Kulturleben etabliert hat.

Neben Veranstaltungsreihen wie Video Slam, Supreme oder Lied.Gut gibt es Konzerte, Theater, Partys, Filme, Fußball-Übertragungen und vieles mehr. Kooperationen wie das Freiburger Filmfest in Zusammenarbeit mit den Friedrichbau-Kinos oder Kooperationen mit dem Literaturbüro Freiburg und dem Kommunalen Kino ergänzen das Programm.

Außer in der MensaBar gibt es auch in der Mensa Institutsviertel Veranstaltungen und im Sommersemester viele Open-Air-Events im MensaGarten Rempartstraße.
Das Studierendenwerk bietet Nachwuchstalenten Unterstützung in vielen Bereichen, z.B. Auftrittsmöglichkeiten, Ausstellungsflächen, finanzielle Unterstützung bei Kulturprojekten oder Hilfe bei der Konzeption von Veranstaltungen. Wer eigene Ideen für Veranstaltungen oder Lust hat, auf oder hinter der Bühne mitzumachen ist immer willkommen!

Der Firmenhymnenhandel

Ein analytisch-satirischer Abend mit guter und schlechter Musik, zur Erforschung eines Phänomens, das Schlüsse auf die Verrücktheit des kapitalistischen Ganzen erlaubt. Von und mit Thomas Ebermann und Kristof Schreuf.

In den vergangen Jahren haben sich einige Tausend Unternehmen eine Firmenhymne zugelegt. Sie versprechen sich davon – in Kombination mit anderen Maßnahmen wie Gehirnwäsche oder corporate identity – dass die Motivation der Belegschaft steige und der Krankenstand sinke. Wenn man schon, um in der Arbeitswelt zu bestehen, immer neue Höchstleistungen der Entsagung meistern muss, so soll man doch besingen, wie gut man es gerade in dieser Firma mit ihren fairen Chefs und menschheitsbeglückenden Produkten angetroffen hat. Die Fernsehberichte, die infantile Belegschaften beim Singen ihrer Hymne zeigen, lassen uns in scheinbar glückliche Gesichter blicken. Aber – so lautet der letzte Hoffnungsstrohhalm der Gesellschaftskritiker_innen – vielleicht sind sie ja gar nicht freiwillig angetreten. Vielleicht fürchten sie ja bloß die Repression, die allen Verweigerern des gutgelaunten Mitmachens droht. Vielleicht aber – das wäre die schrecklichere Variante – ist der Fremdzwang, die Erniedrigung zum Humankapital, schon in das Fühlen und Wollen der Lohnarbeiter_innen eingedrungen. Oder man kann die ganze Scheiße – die Arbeitswelt und die ihr so ähnliche Gestaltung der ‘Freizeit’ – nur ertragen, indem man sich beides als erfüllt und spannend zurecht lügt.
Thomas Ebermann, Autor des Theaterstücks “Der Firmenhymnenhandel”, reflektiert diese Zusammenhänge; Kristof Schreuff (letzte CD: “Bourgeois with guitar”) fällt ihm musikalisch ins Wort, bebildert und widerspricht. Auf der Leinwand zelebrieren hochkarätige Musikerinnen und Musiker absoluten Schund. Firmenhymnen wortgetreu, aber teilweise mit verführerisch guter Musik unterlegt: Bernadette La Hengst, Lisa Politt, Thomas Pigor, Dirk von Lowtzow (Tocotronic), Gustav Peter Wöhler, Schorsch Kamerun (Die Goldenen Zitronen), Rocko Schamoni, Harry Rowohlt, Horst Tomayer, Jens Rachut und viele mehr…

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Stimmen zu “Der Firmenhymnenhandel” : Ebermann ist ein anspruchsvolles, gesellschaftskritisches Stück gelungen, in dem er einen genauen Blick auf die Abgründe moderner Arbeitsbeziehungen wirft. Rainer Link / Deutschlandfunk Die ideologiekritische Einsicht des Abends lautet: „Je dreckiger es einem geht, desto größer ist der Wunsch, die Scheiße zu besingen.“ Kann man so sagen. Der Knaller sind aber die eingespielten Videos mit Firmenhymnen. Zu sehen und zu hören sind hier Hamburger Größen wie Dieter Glawischnig, Schorsch Kamerun, Harry Rowohlt oder Rocko Schamoni. Christian Schlüter / Berliner Zeitung …dreht sich um Zumutungen am Arbeitsplatz. Aber auch um die Verrenkungen des Künstlers im Angesicht des Geschäfts und die merkwürdigen Konsequenzen einer Welt, in der Selbstverwirklichung und Arbeit, Freiheit und Zwang nicht mehr zu unterscheiden sind. Robert Matthies / taz Darum geht es im Stück: Was ist, wenn die Ideale einem nicht mehr als eine kalte Heizung im Winter und einen leeren Kühlschrank zu allen Jahreszeiten bescheren? Thomas Ewald / Jungle World Wenn man diese Lieder hört, weiß man nicht, ob man lachen oder erschrecken soll. Heinrich Oehmsen / Hamburger Abendblatt


Datum
28.04.2017 -
Zeit
20:30 Uhr - Uhr
Einlass Ab
Veranstaltungs-Nr.
983
Ort
MensaBar
Kosten
Ermäßigt: Eintritt frei /
Normal: Eintritt frei
Teilnehmerzahl
min. 0
max. 0


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